Digitalisierung
von Bernhard Weiss

Der Begriff Digitalisierung löst unterschiedliche Reaktion aus. Sehen die einen hierin die Chance für eine bessere und gerechtere Zukunft, empfinden andere diese aus Furcht vor tiefgreifenden Veränderungen eher als Bedrohung. Dabei ist die Digitalisierung bereits in alle Lebensbereiche mehr oder weniger unbemerkt vorgedrungen.
Erlauben Sie mir einen kurzen Rückblick: Ende 1998 als Neubürger in Schröck angekommen, mussten wir, wie alle in Schröck, mit einer sehr eingeschränkten Infrastruktur leben (Analogtelefon bzw. ISDN). Kam der Ausbau der Infrastruktur in den 2000er Jahren nur langsam voran, waren Anfang der 2010er Jahre begrenzt schnellere Internetzugänge in Schröck verfügbar. Erst der Anschluss an das Glasfasernetz in 2017 bietet nun für alle Einwohner*innen die Möglichkeit an der Digitalisierung teilzuhaben. Die hohen Internetgeschwindigkeiten erlauben, von Zuhause aus, vielfältige Medienangebote mit hohem Komfort und konstant hoher Qualität zu erleben.
Vermutlich geht es Ihnen wie mir, diese, durch die Digitalisierung neu entstandenen Möglichkeiten sind nicht mehr wegzudenken und somit bereits unbemerkt Teil unseres Alltags geworden. Die Pandemie hat gezeigt, welche weiteren Möglichkeiten die Digitalisierung bietet und wie wichtig eine gute Infrastruktur zur Teilnahme und Nutzung ist. Jetzt wird endlich umgesetzt, was vorher nur angedacht war. Innerhalb kürzester Zeit wurden Möglichkeiten zur Online-Teilnahme an Bildungsveranstaltungen und vielem mehr geschaffen. Das Home-Office ist für viele die neue Arbeitswelt. Hierzu gehört auch die Nutzung digitaler Kontaktmöglichkeiten zur Kommunikation mit Familie, Freunden und Geschäftspartnern.
Diese Möglichkeiten gilt es in der Gemeinschaft weiterzuentwickeln, um Chancengleichheit zu erreichen, wie z.B. bei der Arbeitsplatzgestaltung oder aber auch der Reichweite der Angebote lokaler Unternehmer*innen. Hierzu gehören auch Informationen zu Firmenneugründungen. Denn neben allen Problemen und Frustrationen bieten die Pandemie begründeten Einschränkungen auch Freiräume, sich neu zu orientieren, das Bisherige zu überdenken und Neues zu wagen.
Um die Möglichkeiten der Digitalisierung besser nutzen zu können, bedarf es eines lokalen Informationsangebots mit Hinweisen zu Gewerbetreibenden und Vereinen im Ort, als zentrale Servicestelle für Bürgerinnen und Bürger und auch für das eigene Marketing zur Förderung der Wirtschaft und des Tourismus.
Dabei muss auch die Freiheit des Einzelnen berücksichtigt werden, vor allem wie und in welchem Umfang dieser die digitalen Angebote nutzen möchte. Hierzu gehört z.B. auch die Freiheit bei der Wahl der Endeinrichtungen zum Anschluss an das Glasfasernetz gemäß Routergesetz. Dafür werde ich mich persönlich zusammen mit der UBL einsetzen.
