Was hat Nahversorgung mit Klimaschutz zu tun?
von Bernhard Weiss

Einkaufen gehen, Post aufgeben, Essen gehen – solche Alltäglichkeiten sind in Schröck noch möglich. Sicherlich ist das Angebot eingeschränkt, eine Nahversorgung mit Bäcker, Metzger, Dorfladen mit Postangebot und Gastronomie ist jedoch für alle Bürger*innen möglich. Anderen Ortes sind auch diese elementaren Dinge des täglichen Lebens nicht mehr gegeben, so dass zur Deckung des täglichen Bedarfs oftmals weite Wege zurückzulegen sind.
Während der Lebensmitteleinzelhandel im Zeitraum von 1970 von 160.000 Geschäften auf weniger als 39.000 Geschäfte im Jahre 2012 gesunken ist (Quelle: Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels) hat sich die Zahl der für den Einkauf täglich in Deutschland gefahrenen Kilometer im Zeitraum von 1982 bis 2002 auf 444 Millionen Kilometer verdoppelt (Quelle: Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) Berlin). Demnach wurden in 2002 je Bundesbürger*in täglich ca. 5 km für Einkäufe zurückgelegt. Dieser Wert ist sicherlich in den letzten 20 Jahren noch weiter angestiegen. Bei Annahme eines durchschnittlichen CO2-Ausstosses von 128g je gefahrenen Kilometer (Quelle: Verband der Automobilindustrie (Stand 2017)) ergäbe sich unter Bezug auf die obigen Werte ein Gesamt-CO2-Ausstoß für Schröck von 415.000kg alleine für Einkaufsfahrten.
Eine intakte Nahversorgung kann die Anzahl der für Einkäufe gefahrenen Kilometer deutlich reduzieren und damit helfen, die Umwelt entlasten. Um z.B. das Ziel der Bundesregierung zur Reduzierung des CO2-Ausstosses um 55% bis 2030 zu erreichen, müssten mehr als die Hälfte der Einkaufsfahrten oder 229.000kg CO2 entfallen.

Damit diese Klimaziele erreicht werden, wollen wir das lokale Angebot ausbauen und attraktiver gestalten. Wünschenswert wäre die Ansiedlung weiterer Unternehmen, wie z.B. Friseur und Lebensmittelmarkt in Schröck. Nach Wegfall der bisherigen Zweigstellen der Sparkasse und der Volksbank sollte eine neue Möglichkeit zur Tätigung von Bankgeschäften im Ort geschaffen werden.
Auch bieten lokale Absatzmöglichkeiten zusätzliche Anreize für heimische landwirtschaftliche Betriebe. Insbesondere für jene, die auf einen Bio-Betrieb umstellen wollen.
Zusammen mit der UBL werde ich mich für eine aktive Wirtschaftspolitik zum Ausbau der Nahversorgung einsetzen. Denn eine funktionierende Nahversorgung schont nicht nur das Klima, sondern fördert selbstbestimmtes Leben sowie die soziale Teilhabe und vermeidet Benachteiligungen.
