Dauerthema ÖPNV-Anbindung des Stadtteils Schröck
von Jens Mengel-Vornhagen

Unser Stadtteil Schröck ist der zweitgrößte Außenstadtteil Marburgs und hat traditionell immer eine konstant hohe ÖPNV-Nutzung. Doch ist dies noch so? Denn die Busanbindung in Schröck ist heute insgesamt alles andere als zufriedenstellend.
Nach wie vor besteht eine Fahrplanlücke zwischen 7:00 Uhr und 8:30 Uhr, so dass viele Berufstätige oder Studierende genau dann nicht mit dem Bus fahren können, wenn sie es bräuchten, um pünktlich an der Arbeit oder in der Uni zu sein. Die Umstiege an den wichtigen Haltestellen gelingen nicht, weil der Takt nicht passt. Sowohl die Anbindung an die Innenstadt als auch die an die Lahnberge stellen uns nicht zufrieden. Es fehlen komfortable Wartehallen an vielen Haltestellen, so dass man im Regen stehen muss.
Durch die Linienführung der Linie 80 (wir werden in der Hauptachse noch nicht einmal mit einer Stadtbuslinie bedient!) über die Reutergasse wird die wichtige zentrale Haltestelle „Bürgerhaus“ in der Dorfmitte erst gar nicht angefahren. Die Haltestellen „Reutergasse“ und „Zum Schwarzen Born“ sind fußläufig nur vom nördlichen Drittel des Ortes gut erreichbar. Für die Menschen bspw. im Vinzentinerinnenweg bedeutet das einen Fußweg von etwa einem Kilometer bis zur angefahrenen Bushaltestelle. Das ist aus Sicht der UBL nicht akzeptabel!
Dabei war es schon einmal viel besser! Eine über viele Jahre gemeinsam mit den Stadtwerken erreichte gute Verbindung wurde in kürzester Zeit durch die letzten Fahrplanwechsel zerstört. In jahrelanger Arbeit hatte ich als zuständiger Vertreter des Ortsbeirats mit dem Fahrplaner der Stadtwerke Marburg für die Linie 12 tagsüber feste Zeiten nach Marburg hinein und vom Südbahnhof wieder zurück ausgearbeitet. Niemand brauchte seinerzeit einen Fahrplan, einfach weil es verlässliche Zeiten gab. Heute muss man mehrere Fahrplan-Abfragen für die Linien 80 und 12 machen, um hoffentlich eine passende Verbindung zu finden. Guter Kundenservice und ein attraktiver ÖPNV gehen anders!

Vor dem Hintergrund der Klima-Debatte um die CO2-Werte ist es völlig unverständlich, warum der Stadtteil Schröck als „traditionelle ÖPNV-Hochburg“ so abgehängt wurde. Momentan werden die Bürgerinnen und Bürger in Schröck zurück in den PKW gezwungen. Wir wollen wieder den Umstieg vom PKW auf das Fahrrad und den Bus!
Immer wieder kommen Bürgerinnen und Bürger zu unserem Ortsvorsteher Uwe Heuser in die Sprechstunde und beschweren sich – vollkommen nachvollziehbar und zurecht – über die schlechte Busanbindung. Wir als UBL werden nicht müde werden, an diesem wichtigen Thema dran zu bleiben – das versprechen wir Ihnen!
