Teilhabe für alle Menschen mit Behinderung – auch in Schröck!

von Jens Mengel-Vornhagen

Mit dem Begriff der Teilhabe ist die maximale Einbeziehung eines jeden Menschen in alle sein Leben betreffenden Dinge gemeint. Für Menschen mit Behinderung ist damit das Ziel verbunden, ihre Selbstbestimmung und ihre soziale Teilhabe zu fördern und Benachteiligungen zu vermeiden.

Dies gilt für sämtliche Lebensbereiche und bedeutet, zur Überwindung behinderungsbedingter Handicaps entweder Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen, oder noch besser: vorhandene Barrieren abzubauen.

Auch wenn sich hinter dem Begriff der Barrierefreiheit sehr viel mehr verbirgt als lediglich Stolperfallen auf Gehwegen und in Gebäuden abzubauen, so ist dieser Aspekt zweifellos von großer Bedeutung: jeder Mensch mit Behinderung soll sich im öffentlichen Raum frei und möglichst ohne fremde Hilfe bewegen können. Das ist das klar definierte Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), die in allen ratifizierenden Ländern als unmittelbar geltendes Recht anzusehen ist. Zwischenzeitlich haben wir es hier in Schröck durch einige Maßnahmen der Dorferneuerung geschafft, dass man sich auf den verbreiterten Gehwegen durch die Schröcker Straße mit dem Rollstuhl oder mit dem Rollator im Dorfzentrum frei und sicher bewegen kann. Das war vor zehn Jahren noch nicht möglich. Auch unsere neue Hingilskoots Scheune ist komplett barrierefrei.

Bedauerlicherweise ist das im Bürgerhaus nicht so: Dieser Zustand ist für die moderne und weltoffene Stadt Marburg aus Sicht der UBL ein unhaltbarer Zustand. Menschen mit Gehbehinderungen können weder in die Sprechstunde des Ortsvorstehers gelangen, noch an den Ortsbeiratssitzungen in den Tagungsräumen teilnehmen. Auch wenn die barrierefreie Erschließung der Räumlichkeiten im ersten Stockwerk mit einigem Aufwand verbunden ist, muss sie dennoch erfolgen. Darauf drängt die UBL-Fraktion im Ortsbeirat seit vielen Jahren – leider bisher ohne Erfolg. Wenn ich die Möglichkeiten zur sozialen Teilhabe und die bislang erreichte Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderung in Schröck insgesamt bewerte, stelle ich fest, dass es noch sehr viel zu tun gibt. Dies betrifft vor allem die wichtigen Lebensbereiche Mobilität, Selbstversorgung sowie das Gemeinschafts-, soziale und staatsbürgerliche Leben.

Im Hinblick auf den letztgenannten Bereich konnte durch eine Initiative der UBL zumindest erreicht werden, dass sich der Wahlraum Schröck I inzwischen in Hingilskoots Scheune (barrierefrei) befindet, und nicht mehr im Sitzungsraum des Bürgerhauses (nicht barrierefrei im ersten Stock).

Die UBL wird nicht müde werden sich im Ortsbeirat weiterhin für die gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderung stark zu machen. Wir wollen Investitionen in vollumfängliche, echte Teilhabe auch auf dem Dorf, und nicht nur im Zentrum der Stadt Marburg!