30 Jahre Unabhängige Bürgerliste Schröck
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Am 23.01.1989 haben sich 14 Schröckerinnen und Schröcker getroffen, um die UBL zu gründen, die bei der Kommunalwahl 1989 antrat, um politisch legitimiert gegen die damals geplante Mülldeponie im Arzbachtal vorzugehen.
Am Samstag, 20.07.2019, feierte die UBL Schröck mit Vereinsvertretern und Vertretern der im Ortsbeirat vertretenen Parteien zusammen in der Hingilskoots-Scheune in Schröck ihr 30-jähriges Bestehen. Von den 14 Gründungsmitgliedern sind noch 3 aktiv in der UBL, wofür Willy Rommelspacher, Uwe Nau und Alfred Schmitz vom Vereinsvorsitzenden Jens Mengel-Vornhagen geehrt wurden.

Elisabeth Reetz führte dazu in ihrem Redebeitrag näher aus, wie sich Bürger aus Bauerbach, Großseelheim und Schröck zusammen gegen dieses Vorhaben der geplanten Mülldeponie in einer Bürgerinitiative, später in einem Bürgerverein, organisierten. Als ein Mahnmal an diese Planungen wurde an der L3088 ein großes Holzkreuz errichtet, an dem Protestgottesdienste stattfanden und welches bis heute dem einen oder anderen Autofahrer sicherlich ein Rätsel aufgibt.
Uwe Heuser erklärte, dass die UBL in Schröck „in guter Tradition immer 3 Sitze im 7 köpfigen Ortsbeirat bekam, bis auf die Kommunalwahl 2011, wo die CDU keine Kandidaten aufstellte.“ Die Wahlergebnisse der Kommunalwahlen 1989, 1993, 1997, 2001, 2006, 2011 und 2016 führten auch dazu, dass die UBL von 30 Jahren aktiver politischer Arbeit im Ortsbeirat 23 Jahre lang den Ortsvorsteher stellte.
Dass die Anfangszeit sehr anstrengend war, zeigt auch der „Einkaufsboykott“, der im Januar 1990 im Ortsbeirat vehement zwischen den Vertretern der UBL und der CDU ausgetragen wurde, nachdem auf einer CDU-Parteiveranstaltung am Rande besprochen wurde, dass man doch bei Unternehmen, welche der UBL im Kommunalwahlkampf 1989 ermöglichte Wahlkampfstände aufzubauen oder Wahlinformationen auslegten, nicht mehr einkaufen sollte. Dominic Dehmel führte dazu aus, dass „Kommunalpolitik immer ohne Parteigrenzen verlaufen sollte und dass oft eher Kritik geübt wird, anstatt einmal Danke für dieses Engagement zu sagen.“
Die UBL vertritt dieses Ziel der parteiübergreifenden Zusammenarbeit, wo der Vorsitzende Jens Mengel-Vornhagen näher ausführte, „dass er nach der Kommunalwahl 2016 froh war, dass wieder mehr Parteien im Ortsbeirat vertreten waren, denn eine einseitige Sicht bringt den Ort nicht voran.“ Als Beispiel wurde dort die Dorferneuerung ab 2005 genannt, welche mit der Kulturscheune und der Verkehrsberuhigung ihren sichtbarsten Eindruck hinterlassen haben.
Uwe Nau ergänzte noch die Diskussion um das ab 1994 geplante Baugebiet „Buchenrot“, welches mit Mietwohnungen und damit geplanten 160 Wohneinheiten „zu groß für Schröck gewesen wäre“. Der Ortsbeirat hatte allerdings nichts gegen eine Maßvolle Baulandentwicklung, um auch den steigenden Mieten in der Innenstadt vorzubeugen, im Gegenzug sollte allerdings auch die ÖPNV und Radwegeanbindung an die Innenstadt verbessert werden.
An den Redebeiträgen zeigte sich sehr deutlich, dass die UBL die Entwicklungen in Schröck aktiv begleitete und immer wieder den Ort vorangebracht hat, auch wenn einige politische Forderungen immer noch nicht realisiert werden konnten. Nun gilt es weiterhin für interessierte Schröckerinnen und Schröcker sich aktiv einzubringen und den Ort auch nach der Kommunalwahl 2021 voranzubringen, wo sich die UBL auch gerne über neue Mitglieder freut.
